Lausanne gibt das Heimrecht für den Fussballcup-Viertelfinal an die Young Boys ab, weil im eigenen Stadion eine kostengerechte Austragung des Spiels nicht gegeben ist.
Das Spiel findet auf dem Kunstrasen des Wankdorfs statt – allerdings gewinnt trotzdem, völlig überraschend, der Aussenseiter und Zweitligist Lausanne.
Die SCL Tigers tragen ihr Heimspiel gegen den SC Bern freiwillig in dessen Halle aus. Statt knapp 7000 Zuschauern sehen so 13000 Zuschauer das Spiel – willkommene Mehreinnahmen für die gebeutelten Emmentaler.
Der SC Bern, der Favorit, gewinnt sein Auswärtsspiel in der heimischen Halle deutlich.
So weit die Fakten. Es gäbe keine einleuchtendere Beispiele dafür, dass Sport längst Kommerz ist. Und es mutet schon sehr unglaublich an, dass die Sportreglemente so was überhaupt zulassen. Denn was dabei völlig vergessen geht: Dieser Abtausch von Heimrechten stellt eine Verfälschung der jeweiligen Meisterschaft dar, ganz unabhängig vom Ergebnis, denn alle anderen Mannschaften werden nicht nach ihrer Meinung gefragt. Egal, ob es eine Mannschaft so leichter oder schwerer hat – ganz sicher kann man nicht behaupten, die Aufgabe wäre so oder so die gleiche – und damit ist sie ganz anders als jene der anderen Konkurrenten im Cup oder in der Meisterschaft. Es ist auch egal, ob dies sich über eine Meisterschaft mit 36 oder gar 60 Spielen relativieren mag oder ob es sich um ein Cup-Spiel handelt. Es geht um den Geist des Vorgangs, um den inneren Wert oder eben dessen Missachtung. Unglaublich, wie wir in allen Segmenten die Prinzipien des Wettbewerbs, der Fairness und anderer Werte den finanziellen Kalamitäten oder auch mal der Profitgier geopfert werden.
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