Ein Welttrainer ist gekommen, um die Schweiz zu neuen Höhen zu führen. Luxemburg war der ideale Gegner, um der Mannschaft zu zeigen, dass ein neuer Wind weht, und dem Publikum auch. Und es kam in Scharen, erwartungsfroh. Hitzfeld liess rotieren, stellte die Mannschaft so offensiv auf wie wohl noch nie ein Trainer ein Schweizer Nationalteam. Die Folge: Offensive ballte sich am Strafraum zur Völkerversammlung, keine Ordnung, keine Konzepte, kein Spielsystem, keine Sicherheit, viele Fehler, kein Zusammenspiel, Verunsicherung total.
Ein Freistoss, bei dem Benaglio zu weit rechts stand, als würde kein Luxemburger die Kraft besitzen, einen Lederball über die Mauer zu kicken. Ein zweiter Freistoss, bei dem die Schweizer sich durch eine einfache Finte übertölpeln liessen und Benaglio getunnelt wird. Unglück pur.
Resultat: 1:2. Switzerland: Zero Points.
Die Schweiz hat ihr Färöer-Trauma. Ganz Österreich darf lachen, wie wir gelacht haben, ich gebe es zu. Dabei hat Österreich, glaube ich, wenigstens auswärts verloren, oder?
Aber an solchen Dingen wird sich die Schweiz mit Hitzfeld nicht aufrichten können. Wie wird er reagieren? In welche Niederungen ist er da gestiegen? Wie weit hat er sie mit verursacht?
Die Schweiz hat nun nicht ein Problem. Sie hat nur noch Probleme. Und jeder Schweizer, der zum Einsatz kam, nimmt einzig die totale Verunsicherung mit nach Hause. Barnetta war schon in Israel nicht gut. Magnin wird so in Stuttgart keine Zukunft haben. Djourou war noch mit der Beste neben N’Kufo. Alex Frei wird seinen Optimisten-Spezialisten Kloppi sehr gut brauchen können. Valentin Stocker kam nie ins Spiel, konnte sich an niemandem orientieren, wurde nicht integriert. Und Benaglio wird mit Wolfsburg viel lieber spielen als mit der Nati. Irgendwie klebt ihm da Pechharz an den Goaliehandschuhen.
Nicht mal Inler kam zur Geltung. Wenn Du ungeduldig und konzeptlos bist, dann bekommst Du sicher auch noch einen Schiedsrichter, der überaus kleinlich pfeift und damit den Luxemburgern erlaubt, sich immer wieder mit Freistössen Luft zu verschaffen. Aber mit solchen Kleinigkeiten muss man umgehen können.
Es ist Nacht geworden in der Schweizer Fussballlandschaft. Mit Leermond.