Juni 23, 2008...8:59

Italien ging bankrott

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Was für ein Turnier für Italien! Die Mannschaft schied – zum Glück – aus. Sie wurde am Ende doch für ihren Minimalismus bestraft. Dabei kann man so nicht nur Weltmeister werden, sondern auch Europameister. Leider. Es brauchte die Lotterie eines Elfmeterschiessens, um die italienische Taktik zu bestrafen. Das ist das Unbefriedigende daran. Diesmal allerdings hat kein Schiedsrichter geholfen, wie im Achtelfinal der WM gegen Australien, und das Resultat rechtfertigt wieder mal die Grundsatzdiskussionen über die italienische Fussballkultur: Kann man so heute noch spielen? Vielleicht musste es Italien, und das ist das wirklich Bedenkliche: Die konstruktiven Elemente im italienischen Spiel haben komplett gefehlt. Ohne Pirlo war nicht die Menge eines Fliegenschisses an Spielkultur auszumachen. Auch deshalb hing Luca Toni komplett in der Luft. Und die Versuche, von den Aussenseiten aus dem Spiel heraus den Ball zur Mitte zu bringen, waren beschämend. Es war, als hätte Italien einen Schnellkurs in Theorie erhalten, wie man modernen Fussball spielt, aber dies nicht mehr trainieren können. Gianluigi BuffonAlle Italiener bringen physisch hervorrragende Eigenschaften mit – aber wer kreiert das Spiel???? Im ganzen Turnier, in vier Spielen, hat man kein einziges Tor aus der Bewegung heraus geschossen. Elfmeter, Abstauber und Eigentore – das neue Brot Italiens… Die Italiener bleiben nur in einem weltmeisterlich: Keine andere Mannschaft läuft ohne Ball so bereitwillig und taktikgetreu: Es wird immer wahnsinnig schwierig bleiben, diese Mannschaft aus den Angeln zu heben, sie auszuspielen. Vielleicht liegt es daran, dass keine andere Mannschaft weiss, wie schwierig es ist, ein Spiel zu gestalten? Spanien wollte sich nicht den Vorwurf machen lassen müssen, naiv ins Messer zu rennen – und riskierte (musste riskieren?), am Ende die Kritik zu hören, zuwenig gewagt zu haben. So ist das, wenn man gegen Italien spielt… Nun, bis zur WM 2010 ist der Albtraum überstanden. Schade ist es nur um Buffon, den charismatischen Torhüter. Ihn hätte ich gerne weiter gesehen.

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