Juni 22, 2008...1:28

Nun tragen nicht nur 11 Holländer Trauerfloor

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Die Europameisterschaft hat ihre Lieblinge verloren. Holland ist ausgeschieden. Die Spieler, die für Ihren Kameraden Khalid Boulahrouz, dessen Frau eine Frühgeburt erlitt, mit Trauerflor spielten, waren von Anfang an gehemmt.

Und auch die Stimmung im Stadion machte deutlich, dass mit dem Viertelfinal ein neues Turnier beginnt: Kann man in den Gruppenspielen einen Fehltritt noch korrigieren, bekommt die Angst vor der Niederlage mit der ersten K.O.-Runde eine ganz neue Macht. Und auch die Zuschauer sind anders: Nicht nur das Stadion wechselt meist. Die Zuschauer sind nicht die gleichen, denn ab Viertelfinal weiss man im voraus nie genau, wer da wirklich spielt. Deshalb haben viele Hardcore-Fans keine Tickets für das Viertelfinale. Die Folge sind “heterogenere” Zuschauergruppierungen – und weniger Fangesänge. Das Bangen der durchaus ehrlich mitfiebernden Zuschauer verdrängt die mutwillig jeden Zweifel weg singenden Fan-Hymnen.

Also ist der König ab dem Viertelfinal oft nicht mehr eine Mannschaft – sondern das Spiel. Und es hat mit den Russen neue Prinzen ernannt. Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Und die stilsicherere, die im entscheidenden Moment mehr von der eigenen Qualität abrufen konnte, obwohl sie jünger war. Unbekümmertheit hat gewonnen, weil sie sich durch Disziplin nicht ersticken liess, sondern darin nur die Hilfe erkannte, Raum für Kreativität zu finden. Guus Hiddink erschafft sich ein weiteres unsterbliches Andenken. Zumindest in Zeiträumen wie Menschengedenken es eben sind. Langfristig genug, um für ein Medienzeitalter auszureichen.

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